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Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde

St. Moritz Taucha
 
 
 

Gemeindegruß

Alles ist erlaubt – Du darfst

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde,geht es Ihnen auch so wie mir, Kerze dass Sie beim Anblick dieses Stück Kuchens – mit Sahne, Nüssen und leckerer Soße richtig Appetit bekommen und am liebsten reinbeißen möchten? Ohne Reue essen - einfach alles, was schmeckt. Nicht an Kalorien oder mögliche Pfunde denken müssen, einfach genießen - wäre das nicht toll? Aber wir wissen es ja, nicht alles, was wir gern essen nützt dem Körper – tut ihm gut. Doch wir können frei entscheiden, ob wir einige Grundregeln gesunder Ernährung beachten wollen oder mit den Folgen (den Pfunden) monate- oder jahrelang herumlaufen möchten. 

Alles ist erlaubt – auch für Christen?
Kennen wir nicht vielmehr Sätze die mit „Du darfst nicht…“ oder „Du sollst nicht…“ beginnen? Ist es nicht gerade das, was uns Nichtchristen vorhalten, dass man in der Kirche vieles nicht darf?  Manche denken dabei vielleicht auch an die aktuelle Diskussion um homosexuelle bzw. lesbische Partnerschaften in der Kirche und das Wohnen dieser im Pfarrhaus. Oder an unseren Bundespräsidenten und seinem Umgang mit der Presse und der Wahrheit. Vielleicht ja auch an den Umgang von Christen untereinander.  
Zählen sie doch einmal in Gedanken oder gemeinsam mit Ihrem Ehepartner, dem Freund oder der Freundin auf, was wir als Christen alles dürfen. Fallen Ihnen we-nigstens 10 Sätze bzw. wichtige Verhaltensregeln ein? 
Haben Sie genügend gefunden? Vielleicht gehören Sie ja zu denen, die sagen,  dass sich die Zeiten geändert haben, wir uns der Welt und ihren Gegebenheiten doch annähern oder gar anpassen müssen, um moderne Kirche zu sein. Dass man mit Verboten und Einschränkungen doch heute niemand mehr für den Glauben gewinnen kann!

Grenzenlose Freiheit – gibt es das überhaupt?
Machen nicht viele Menschen in unseren Tagen die Erfahrung, dass die Freiheit, die unsere Gesellschaft anbietet, die manche nun nach der Wende glauben ausleben zu müssen, nur in neue Abhängigkeiten, ja Unfreiheit führt? Muss ich nicht viel öfter tun, was ich nicht will. Zwar schreibt niemand vor, welchen Beruf ich wählen darf, doch viele müssen froh sein, überhaupt einen Job zu haben. Und daran hängt dann oft auch die Wahl des Wohnsitzes. Erst recht die Manipulation durch die Werbung, die mir ständig versucht Dinge aufzunötigen, die ich gar nicht brauche, für Geld, das ich gar nicht habe, um damit jemandem zu imponieren, den ich gar nicht mag. Der Konkurrenzkampf und Erfolgsdruck lässt viele innerlich ausbrennen. Dazu die negativen Auswirkungen auf die Beziehungsfähigkeit durch PC, Internet und Handy.  Ist da Freiheit nicht zu einem Leer-Wort geworden?

Freiheit mit Grenzen
Freiheit nur für sich allein gibt es nicht, obwohl es Menschen gibt, die das für sich so sehen möchten. Doch nicht nur in Schule und Beruf, ich lebe immer - ob ich das will oder nicht - in einer Gemeinschaft. Und in einer Gemeinschaft - so sagt es schon der Apostel Paulus - ist auch die Freiheit so zu gestalten, dass meine Freiheit nicht anderen schadet. Damals ging es um das Essen von Fleisch der Tiere, die  für heidnische Götter geschlachtet wurden. Kein Christ, so Paulus, der davon isst, muss Angst davor haben. Alles ist erlaubt. Aber denkt auch an die anderen, an eure Mitchristen. Wenn es ihrem Glauben schadet, dann verzichtet um ihretwillen.     
Wäre das nicht auch in vielen strittigen Fragen bzw. Themen unserer Zeit ein guter Maßstab?

Freiheit mit Selbstbegrenzung - aus Liebe
 Alles ist erlaubt, ja, aber nur dann, wenn es dem anderen – dem Mitchristen oder Mitmenschen - nicht schadet. Es gibt ein Gegenüber. Sonst ist leben egoistisch, einsam,gottlos.
So sind auch die 10 Gebote keine Auflistung von Verboten, sondern vielmehr eine Anleitung zur Freiheit, eine Aufforderung, das Leben zu wagen. Der Ausgangspunkt ist dabei das Befreiungshandeln Gottes aus Liebe – damals zu seinem Volk Israel, heute - durch Jesu Christus - zu allen Menschen. Die Folgen der Ablehnung dieser Liebe und die Versuche Freiheit ohne Bindung an Gott zu finden, hat das Israel in seiner Geschichte immer wieder schmerzhaft spüren müssen.                   
Auch unsere Zeit leidet unter der Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit - des Redens von Freiheit und unheilvoller Machtstrukturen, die Menschen immer mehr und oft unerkannt fesseln, ja versklaven.
Für jeden einzelnen Menschen gilt es deshalb, sich die Frage zu stellen, ob er sich freihalten will für einen Gott, der diese Frei-Räume für das Wohl aller Menschen ermöglicht, oder ob sein Tagesablauf von fremden Göttern wie Geld oder Erfolg bestimmt werden soll. 
Denn: Alles ist erlaubt - aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt - aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen. 1. Korinther 10,23-24
Wenn du aber erfahren hast, wie Gott dich aus dem Dreck gezogen hat, wie er dich  aus Abhängigkeiten befreit hat, dann wird es ganz selbstverständlich so sein, dass sich dein Leben verändert.
Die Fastenaktion der evangelischen Kirche „7 Wochen ohne“ bietet auch in diesem Jahr wieder Raum (zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag) und Anstoß den Blick zu schulen für das, was wirklich zählt – die Liebe, die Gott mir schenkt und ich deshalb verschwenderisch weitergeben kann. 

Viel Freude dabei wünscht

Ihr Pfarrer C. G. Edelmann

 

 
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