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Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde

St. Moritz Taucha
 
 
 

Gemeindegruß

Liebe Gemeindeglieder,

Sommersicherlich geht es vielen von Ihnen ähnlich wie mir: Beim Aufräumen fallen mir regelmäßig die Fotos von den letzten Urlauben in die Hände. Und gern erinnere ich mich dann an Tage, an denen ich mit meiner Familie verreisen konnte, um eine neue, schöne Landschaft kennenzulernen und um dem Lärm, dem Streß und dem Sommersmog der Stadt wenigstens eine Zeit lang zu entkommen. Sicherlich haben auch Sie von zurückliegenden Urlaubstagen viele schöne Erinnerungen und Bilder mitgebracht, die dann die Eindrücke „nachklingen“ lassen und zugleich die Vorfreude auf kommende Urlaubstage wecken.

Beim Aufräumen meines Schreibtisches in den letzten Tagen fiel mir aber – neben den Urlaubsbildern – auch eine kleine Geschichte wieder in die Hände, die ich Ihnen gerne weitergeben möchte:

Ein Indianer besuchte einen weißen Mann. In einer Stadt zu sein – mit dem Lärm, den Autos und den vielen Menschen – all das war ganz neuartig und auch verwirrend für ihn.

Die beiden Männer gingen die Straße entlang, als plötzlich der Indianer seinem Freund auf die Schulter tippte und ruhig sag¬te: „Hörst du auch, was ich höre?“ Der Freund horchte und sagte: „Alles, was ich höre, ist das Hupen der Autos und das Rattern der Omnibusse.“ „Ich höre ganz in der Nähe eine Grille zirpen.“ „Du musst dich täuschen; hier gibt es keine Grillen. Und selbst wenn es eine gäbe, würde man ihr Zirpen bei dem Lärm nicht hören.“ Der Indianer ging ein paar Schritte und blieb vor einer Hauswand stehen. Wilder Wein rankte an der Mauer. Er schob die Blätter auseinander – und da saß tatsächlich eine Grille.

Der Weiße sagte: „Indianer können eben besser hören als Weiße.“ Der Indianer erwiderte: „Da täuschst du dich. Ich will es dir beweisen.“ Er warf ein 50-Cent-Stück auf die Straße. Es klimperte auf dem Asphalt, und die Leute, die mehrere Meter entfernt gingen, wurden auf das Geräusch aufmerksam und sahen sich um. „Siehst du“, sagte der Indianer, „das Geräusch, das das Geldstück gemacht hat, war nicht lauter als das der Grille. Und doch hörten es viele der weißen Männer. Der Grund liegt darin, daß wir stets das gut hören, worauf wir zu achten gewohnt sind.“

Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir das Zirpen der Grille, das Singen der Vögel oder das Rauschen des Wassers, das unsere Urlaubstage ganz sicher auch in diesem Jahr wieder bestimmen wird, nicht so bald wieder vergessen. Denn die Geräusche des Alltags stellen sich ganz von allein wieder ein. Doch Gottes Schöpfung, in der wir leben und die uns anvertraut ist, sie ist viel mehr als – im Bilde gesprochen – das Klingeln der 50-Cent-Münze. Unsere Urlaubserinnerungen und -bilder mögen uns im Verlaufe des nächsten Arbeitsjahres immer wieder einmal daran erinnern. Und dann sind wir eingeladen, gemeinsam mit dem Psalmbeter staunend zu bekennen: „Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.“ (Psalm 104, 24)

In diesem Sinne grüßt Sie herzlich im Namen aller Mitarbeiter und Kirchvorsteher

Ihr Stefan Zieglschmid


 

 

 

 
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