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Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde

St. Moritz Taucha
 
 
 

Gemeindegruß

Liebe Gemeinde,

Zeit mit dem Slogan: “Stille Nacht, heilige Nacht, alles schläft, einer wacht” warb vor einigen Jahren ein TV-Nachrichtensender.

Wenn man Weihnachten im Lichte dieser Werbung betrachtet, dann könnte man meinen: Gott hätte ruhig noch ein wenig warten können, bevor er in unsere Welt kommt. Denn wenn seine Geburt in unsere Tage gefallen wäre, dann wäre für uns alles viel leichter gewesen. Journalisten und Kamerateams hätten in großer Zahl dafür gesorgt, daß jeder von der Geburt des göttlichen Kindes in seiner abendlichen Nachrichtensendung erfahren hätte - live! Rund um die Uhr hätte es Sondersendungen aus dem Stall gegeben und Interviews mit mehr oder weniger Betroffenen - vielleicht mit den Hirten oder den gestreßten Bethlehemer Hotel-Managern, die beim besten Willen kein Zimmer mehr frei hatten. Politische Beobachter hätten die Stimmungslage am Jerusalemer Hof des Herodes rechtzeitig analysiert. Und vielleicht wäre durch Anwendung von internationalem Druck der Kindermord zu Bethlehem zu verhindern gewesen. Nur Joseph hätte für die Medien ein wenig gesprächiger sein müssen. Daß er so gar kein Statement abgibt, wäre für viele sicher enttäuschend gewesen.

Und überhaupt wären Maria und Joseph mit ihrer Geschichte in der heutigen Zeit alle finanziellen Sorgen losgewesen. Sie hätten ihre Geschichte nur dem meistbietenden Nachrichtenmagazin zur Exklusiv-Berichterstattung verkaufen müssen...

Nun ist aber die Geburt Gottes seit über 2000 Jahren Geschichte. Und was wir über ihre Umstände erfahren, haben spätere Generationen aus der Erinnerung erst mühsam zusammengetragen. Unser Wissensdurst nach weiteren Einzelheiten des damaligen Geschehens wird kaum Befriedigung finden. Denn die Einzelheiten waren den damaligen Berichterstattern gar nicht wichtig. Ihre Botschaft lautet: Gott kam in einer ganz und gar unspektakulären Geburt in unsere Welt. Er wurde das Kind armer Leute. Und das ist er bis heute. Denn bis heute eignet er sich nicht zum Medien-Star. Vielmehr ist er Trost und Hoffnung der Armen und Benachteiligten.

Die Adventszeit will uns auf diese Geburt einstimmen. Und wenn wir Weihnachten wirklich als Christgeburt feiern wollen, dann können uns die Schicksale der Armen und Benachteiligten in den Weihnachtstagen nicht unberührt lassen. Für die Medien sind sie weitgehend uninteressant, weil der Bericht über einen alltäglichen Überlebenskampf kaum höhere Auflagen oder Einschaltquoten bringt. Uninteressant sind sie aber nicht für die kirchlichen Hilfsorganisationen. So bittet die Aktion “Brot für die Welt” gerade in den Weihnachtstagen um unser Opfer, damit diesen Menschen wieder ein Stück Hoffnung geschenkt werden kann. – Könnten wir uns nicht an einem solchen “Weihnachtsgeschenk” beteiligen?

So grüßt Sie herzlich im Namen unserer Mitarbeiter und Kirchvorsteher
Ihr Stefan Zieglschmid

 

 

 

 
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