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Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde

St. Moritz Taucha
 
 
 

Gemeindegruß

Liebe Leserinnen und Leser des Gemeindebriefes,

Stroh„ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein“, war ein Spruch auf Transparenten in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, mit dem die kommunistischen Machthaber zum einen den Glauben und die Kirche schlechtmachen und zum anderen die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft vorantreiben wollten. Die Ernten waren auch manchmal danach, der Verlust des eigenen Bodens brachte Leid für viele Menschen, aber der Gedanke, dass Gott für die Gaben der Ernte gedankt werden kann, blieb lebendig.

In der Stadt sind die Menschen nicht so direkt mit dem Erntegeschehen verbunden wie auf dem Land. Doch auch hier wird Gemüse in den Gärten angebaut und Früchte von den Bäumen geerntet und es freuen sich viele Menschen darüber, dass sie gute Erträge haben. Auch in der Landwirtschaft ist es nicht selbstverständlich, dass große Ernteergebnisse in jedem Jahr zu verzeichnen sind. Auf anderen Kontinenten wird auf Grund der Dürre dem Boden sogar sehr mühsam etwas abgerungen. Deshalb erinnern uns die Ende September bzw. Anfang Oktober stattfindenden Erntedankgottesdienste daran, wie wichtig und sinnvoll es ist die Dankbarkeit gegenüber Gott zum Ausdruck zu bringen. In diesen Gottesdiensten werden wir singen und beten, die geistliche Musik und das Wort Gottes hören und damit einen Zusammenhang herzustellen zwischen der Freude darüber, dass wir genug zu essen und zu trinken haben und dem Wissen darum, dass Gott dafür die Grundlage geschaffen hat. Der himmlische Vater hat die Schöpfung in Gang gesetzt und er hat damit ermöglicht, dass die Früchte der Felder und der Gärten wachsen.

Unabhängig von dem Erntegeschehen sollte die Dankbarkeit gegenüber dem dreieinigen Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist immer im Blick sein. Bittgottesdienste werden in schweren Zeiten häufig gefeiert, Dankgottesdienste sind eher seltener. Freilich heißt es „Not lehrt beten“, aber der Dank darf nicht vergessen werden. Gerade auch in unseren Zusammenhängen in Mitteleuropa, mit der guten Infrastruktur und dem entfalteten Gesundheitswesen. Der Blick in andere Bereiche der Welt, ja sogar Europas zeigt, wie gut wir es haben. Manchmal ist zu sehr das vermeintlich Negative im Blick, wird mehr auf das sinnbildlich halb leere als auf das halb volle Glas geschaut. Als Christinnen und Christen können wir uns immer wieder vergegenwärtigen, welch gute Gabe die Schöpfung ist und die mit ihr verbundenen Möglichkeiten sind. Das Erntedankfest ist dafür wie jeder Gottesdienst eine gute Gelegenheit, Gott zu danken.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Herbst und grüße Sie, auch im Namen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Kirchvorsteherinnen und Kirchvorsteher als

Ihr Pfarrer Dr. Amberg


 

 

 

 
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