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Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde

St. Moritz Taucha
 
 
 

Zum Glockenguss nach Lauchhammer
11.07.2014

Mit einer ca. 20-köpfigen Gruppe fuhren wir am 11. Juli in den Süden Brandenburgs nach Lauchhammer in die Lauchhammer Kunstguss und Glockengießerei GmbH & Co. KG
– die einzige ostdeutsche Glockengießerei – , um den besonderen Augenblick des Glockengießens mitzuerleben. Wiederentstehen soll die 3. Glocke für die St. Katharinenkirche Sehlis, die es schon seit dem Bau der Kirche im 14. Jh. gab, die aber im 1. Weltkrieg eingeschmolzen wurde.
In Lauchhammer angekommen, besuchten wir zunächst die Friedensgedächtniskirche. Nach einem kleinen Mittagessen hielt Pfarrer Edelmann eine Andacht, die mit dem
Psalm 102 eingeleitet wurde, denn die 1. Zeile des Psalms „HERR, höre mein Gebet“ wurde als Glockeninschrift gewählt. Pfarrer Edelmann sprach von der Botschaft, die von der Glocke ausgehen soll, und darüber, dass auch wir wie Glocken klingen sollen, um Botschafter der Liebe Gottes zu sein.

Nach der Andacht erfuhren wir noch einiges zur Geschichte der Gießerei. Dann war es soweit, die Proben waren entnommen, die Temperatur stimmte, der Guss konnte beginnen, eingeleitet mit den traditionellen Worten „In Gottes Namen, wir gießen“. Und wir alle konnten begeistert zusehen, wie sich die flüssige Bronze ihren Weg in die Gussform bahnte.

Im Anschluss wurden uns im Einzelnen die vielen Arbeitsgänge erklärt, die schon vor dem Gießen erfolgen müssen - vom Mauern des Kerns, dem Abdrehen des aufgetragenen Lehms mit einer speziell angefertigten Schablone, von der Herstellung der falschen Glocke, vom Aufbringen der Inschrift, von den vielen Trocknungsprozeduren und dem Aufsetzen der Krone.

Auch Schillers „Glocke“ schildert bekanntermaßen das Entstehen einer Glocke, das in Grundzügen so auch heute noch in Lauchhammer gehandhabt wird: „Fest gemauert in den Erden/ steht die Form aus Lehm gebrannt./ Heute muß die Glocke werden/ Frisch, Gesellen! Seid zur Hand!“ Allerdings werden im Gedicht die komplizierten Vorarbeiten zum großen Teil verschwiegen…

Ein wichtiger Schritt steht unserer neuen Glocke noch bevor: die Tonabnahme, denn der Klang soll genau dem gewünschten Dreiklang entsprechen, damit er sich gut mit dem der beiden vorhandenen mischen kann. Dann kann die Glocke am 13. September in Sehlis im Festgottesdienst geweiht werden.

Auch die Finanzierung soll nicht unerwähnt bleiben: Schon seit einigen Jahren konnte man in der St. Katharinenkirche immer wieder Benefizkonzerte zugunsten der neuen Glocke erleben. Weitere Aktivitäten, z.B. ein Sponsorenessen, sind geplant. Auch viele private Spenden sind eingegangen. Aber ein Restbetrag ist noch offen. Vielleicht können Sie mit einer Spende die letzte Lücke schließen?

Ehe die Glocke im Glockenstuhl hängen kann, müssen noch viele weitere Arbeiten bedacht und ausgeführt werden. Doch dies wird von den Sehlisern fast alles in Eigenleistung gemeistert. Einfach beeindruckend!!!

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Christine Nieke

 


 
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